Maurische Landschildkröte (Testudo graeca)

Ausgewachsene Maurische Landschildkröten der Unterart Testudo graeca ibera werden bis zu 35 cm groß und wiegen teilweise mehr als 5 Kilogramm.

Maurische Landschildkröte – Testudo graeca ibera
Maurische Landschildkröte – Testudo graeca ibera

Verbreitungsgebiet

Die Maurische Landschildkröte hat ein wahnsinnig großes Verbreitungsgebiet (über 6.000 Kilometer in Ostwest-Richtung), weshalb man die Unterarten bezüglich Winterstarre niemals in einen Topf werfen darf. Klar ist, dass Tiere aus Marokko keine Winterstarre halten dürfen im Gegensatz zu Schildkröten aus der Türkei. Man muss sich also informieren, welche Unterart man genau hat, wie die winterlichen Temperaturen in diesem Land sind und diese so gut es geht nachstellen.

Der Rückenpanzer der Maurischen Landschildkröten ist meist stärker gewölbt als bei der Griechischen Landschildkröte.„Graeca“ bedeutet übersetzt „griechisch“, was gelegentlich zu Verwechslungen führt.

Lebensweise im natürlichen Habitat

Maurische Landschildkröten leben in Dünenlandschaften, in der Macchia, bewohnen Steppengebiete und Halbwüsten. Die Schildkröten benötigen ausreichend Wärme, um ihre Nahrung verdauen zu können. Hierfür benötigt sie für mehrere Stunden täglich Körpertemperaturen von über 30 °C, die sie durch ausgiebige Sonnenbäder erreicht. Wie auch andere mediterrane Landschildkröten sind Temperaturen über 40 °C lebensgefährlich. Sie zieht sich dann an schattige Plätze zurück.

 

Die Hauptpaarungszeit ist zwischen Februar und April. Dann legt sie zumeist 3-8 Eier pro Gelege an einem geeigneten Eiablageplatz ab. Die Inkubationszeit der Schildkröteneier variiert zwischen 60 und 100 Tagen.

 

In sehr warmen Lebensräumen legt Testudo graeca eine Sommerruhe ein.

Maurische Landschildkröte, männlich
Maurische Landschildkröte, männlich

Ernährung

Maurische Landschildkröten sind reine Pflanzenfresser. Sie bevorzugen trockene Kräuter, Gräser und Blätter. Im Frühjahr frisst sie bevorzugt junge, saftige Wildkräuter vor, die im Laufe des Sommers immer mehr austrocknen und damit rohfaserreicher werden. Das ist sehr wichtig für eine gesunde Verdauung, weshalb eine Fütterung von getrockneten Kräutern und Agrobs im Sommer sehr zu empfehlen ist.

Maurische Schildkröten Testudo graeca ibera Nachzuchten
Maurische Schildkröten Testudo graeca ibera Nachzuchten

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung im Habitat beträgt etwa 60-80 Jahre. In Gefangenschaft sind mehr als 100 Jahre möglich.

Artmerkmale / Unterscheidungsmerkmale

Die Maurische Landschildkröte hat Artmerkmale, die sie unter anderem von Griechischen Landschildkröten unterscheiden. Diese Unterscheidungsmerkmale zeigen wir hier auf.

Erkennungsmerkmal:
Grobe, überlappende Schuppen an der Außenseite der Vorderbeine:

Testudo graeca, Artmerkmal grobe überlappende Schuppen an der Außenseite der Vorderbeine

Unterscheidungsmerkmal:
Oberschenkelsporne (Hornkegel) zwischen Schwanz und Hinterbeinen:

Oberschenkelsporne dieses Testudo graeca ibera Weibchen

Artmerkmal:
Schwanzschild in der Regel ungeteilt und kein Hornnagel am Schwanzende:

Maurische Landschildkröte - Erkennungsmerkmal Schwanzschild ungeteilt

Winterstarre

Die Maurische Landschildkröte der Unterart Testudo graeca ibera hät eine Winterstarre bei 4-6 °C Grad. Unterschreiten die Temperaturen 8 °C, findet kein Stoffwechsel mehr statt. Dann fällt sie in eine 3-5 Monate lange Winterstarre (Hibernation).

Ganz wichtig: Andere Unterarten von der Maurischen Landschildkröte Testudo  graeca halten keine Winterruhe.

Maurische Landschildkröten (Testuda graeca)
Maurische Landschildkröten (Testuda graeca)

Der natürliche Lebensraum von Testudo graeca auf der Insel Kos

Die folgenden Bilder sind 1995 auf der griechischen Insel Kos entstanden. Das war meine erste Schildkrötenexkursion - als Vierzehnjähriger.